SmartHome-Vordenker
Alexander Schaper im Interview

„Der Handwerker muss sein
eigenes Versuchskaninchen sein"

 

Alexander Schaper, Geschäftsführer des Vereins SmartHome Initiative Deutschland e. V., beschäftigt sich seit rund 20 Jahren mit den planerischen und technischen Anforderungen in Verbindung mit den Auswirkungen des vernetzten Wohnens und Arbeitens. Er ist einer der erfahrensten deutschen Spezialisten in diesem Kontext und erklärt gemeinsam mit DEG-Produktmanager Christian Kießling, Cheforganisator des Zukunftsforums, warum sich für den Installateur mehr Eigeninitiative und tieferes Detailwissen rund um den Trend zur Digitalisierung auszahlen. Darüber hinaus gibt er hier Tipps, wie der Fachhandwerker das Heimnetz des Kunden vor einem Hackerangriff schützen kann und erklärt, warum der Installateur sich erfahrene und innovationsoffene Planer als Verbündete suchen sollte. Denn nur im Team lassen sich einfache und komplexe SmartHome-Projekte zu einer für den Kunden wirklich zufriedenstellenden Lösung führen. Darüber hinaus verrät Schaper, wie smart er sein persönliches Umfeld eingerichtet hat – und warum er den Begriff „SmartHome“ eigentlich lieber abschaffen möchte.

  • Alexander Schaper

Impuls: Herr Schaper, das Thema SmartHome eröffnet Verbrauchern und Fachhandwerkern einerseits enorme Möglichkeiten, deutlich komfortabler, sicherer und energieeffizienter zu wohnen und zu arbeiten. Dennoch fremdeln viele Installateure nach wie vor mit diesem Themenfeld, es gilt den Kritikern als elitäre und teure Spielwiese abgehobener Technik-Freaks. Sie dagegen vertreten die These, dass die digitalisierte Gebäudetechnik durchaus auch etwas für kleinere Geldbeutel ist, weil sie sich flexibel an die unterschiedlichen Bedürfnisse und Möglichkeiten eines jeden Kunden anpassen lässt. Entscheidend für den Erfolg, so sagen Sie, sei das Know-how des Installateurs. Welche Fakten sollte ein Fachhandwerker denn Ihrer Ansicht nach kennen und beherrschen, um vom SmartHome-Trend zu profitieren?

Alexander Schaper: „Wichtig ist zunächst, dass der Handwerker die Alltagsrealität seines Kunden kennt. Wie kann ich die Fantasie meiner Kunden zu SmartHome aktivieren? Welche Funktionalitäten wünschen sich die Nutzer? Welche Voraussetzungen bringen die Gebäude mit, für die geplant wird? Selbstverständlich muss der Installateur den finanziellen Rahmen seines Kunden kennen. Das A und O ist die vorausschauende Planung. Warum sind diese Rahmenbedingungen so wichtig? Wir sind mittlerweile in einer Marktphase, in der sich auch die Otto-Normal-Verbraucher sehr für SmartHome interessieren, das heißt, der so lange verschworene Massen- oder auch Volumenmarkt befindet sich im Hochlauf. Doch genau in diesem Segment sind erschwingliche, langlebige und modulare SmartHome-Konzepte gefragt, auf die die meisten Anbieter und Installateure noch keine Antwort haben. Der Vorteil dieses neuen Marktes liegt darin, dass alleine durch die überschaubaren finanziellen Möglichkeiten der Kunden auch gleichzeitig die Komplexität sinkt und die Gefahren für uns Elektrotechniker sinken.“

Impuls: Gilt das auch für Kunden aus dem gewerblichen Bereich? 

Alexander Schaper: „Hier steht immer mehr das Zusammenspiel der Systeme von TGA, Informationstechnik und Gebäudeautomation im Fokus. Die Regelung beziehungsweise Steuerung beispielsweise von Heizung, Klimaanlage und Sicherheitsüberwachung muss passen. Hier ist es wichtig, dass sich die Planer und/oder der Installationsbetrieb bei der Planung oder im Rahmen der Installation gemeinsam mit dem Kunden ganz genau in dessen individuelle betriebliche Prozesse hineindenken. Dass bereits bei der Planung berücksichtigt wird, wann zum Beispiel ein Mitarbeiter morgens den Rechner hochfährt, welche Geräte er wann einschaltet.“

 

 

  • „Licht, Heizung, Fenster – das haben wir komplett automatisiert." Alexander Schaper

Detailwissen: So erwerben Sie Kompetenz

Impuls: Der Handwerker braucht also vor allem solides, aktuelles Fachwissen über die technischen Möglichkeiten und darüber, was die unterschiedlichen Lösungen einzelner Hersteller leisten können. Wie kann er sich denn schnell dafür fit machen? 

Schaper: „Zum einen kann er mit den Experten bestimmter Hersteller zusammenarbeiten, die sich in den Details ihrer Systeme natürlich besonders gut auskennen. Zum anderen sollte er sich gezielt fortbilden.“

Impuls: Herr Kießling, kann ihm an dieser Stelle die DEG als Partner helfen?

Christian Kießling: „Ja, wir bieten dem Fachhandwerk eine vielschichtige Unterstützung, um sich mit dem erforderlichen Know-how zu versorgen. Unsere Mitarbeiter sind über das gesamte Portfolio unterschiedlicher Systeme und Protokolle hinweg geschult. Dieses Fachwissen geben wir gern an unsere Kunden aus dem Handwerk weiter und beraten sie dabei ganz individuell. Viele Informationen zum Thema SmartHome bündeln wir in unseren Fachunterlagen und im DEG Online-Shop. Und natürlich ist unser Zukunftsforum eine tolle Informationsquelle. Wir bemerken bei den Schulungen, die wir gemeinsam mit ausgewählten Herstellern anbieten, dass das Interesse am Thema SmartHome groß ist und weiter wächst.“

  • Die DEG bietet Ihnen mit dem Zukunftsforum eine Plattform zum Erfahrungsaustausch

 

So finden Sie die richtigen Bündnispartner für komplexe Projekte

Impuls: Herr Schaper, wie wichtig ist Fachwissen in Sachen SmartHome, um als Fachhandwerker mittelfristig Erfolg zu haben? Hat ein Installateur, der sich diesen Möglichkeiten verschließt, auf Dauer überhaupt eine Überlebenschance an einem sich ständig weiterentwickelnden Markt?

Schaper: „Der Bedarf an konventioneller Elektrotechnik ist ja weiterhin hoch. Überleben könnte ein Installateur in diesem Segment vermutlich. Doch wenn er wachsen und vor allem wenn er gut verdienen will, sollte er digitalisierte Gebäudetechnik als ein wichtiges Geschäftsfeld nutzen. Hier kommen sehr hochwertige Lösungen und besondere Kompetenzen zum Einsatz, die ihren Preis haben und vom Kunden entsprechend besser honoriert werden. Viele Betriebe haben diese Entwicklung und deren Chancen in den vergangenen zehn Jahren aus den verschiedensten Gründen versäumt.“

Impuls: Dann bremst das Handwerk sich an dieser Stelle selbst aus? 

Schaper: „Nein, den Schwarzen Peter sehe ich hier nicht allein bei den Installateuren, sondern überwiegend bei den Herstellern, die es nicht geschafft haben, den praktischen Nutzen der Technologie für den ganz normalen Endverbraucher im Alltag zu kommunizieren. Es geht bei SmartHome nicht in erster Linie um Super-Duper-Lösungen wie den Kühlschrank, der seinen Inhalt selbstständig bestellt. Des Weiteren bin ich der Meinung, dass das Handwerk erst in den Markt richtig einsteigen wird, wenn die Nachfrage nicht abreißt und SmartHome – in welcher Ausprägung auch immer – eher selbstverständlich wird. Dennoch ist es natürlich an der Zeit, für sich SmartHome beziehungsweise Hausautomation als Installationsstandard zu definieren.“

Impuls: Wenn es bei SmartHome nicht um die Super-Duper-Lösung geht, worum geht es dann?

Schaper: „Um die vorausschauende Integration der jeweils geeigneten Funktionalitäten für den individuellen Kunden. Und das braucht eben kluge Planung, die das zur Verfügung stehende Budget, das Wissen über verschiedenen Lebensphasen beziehungsweise deren Anforderungen und ein Ausbaukonzept unter einen Hut bringt.“ 

Impuls: Wie kann das Handwerk sich an dieser Stelle einklinken und sich neue Absatzchancen schaffen?

Schaper: „Viele Installateure eignen sich die erforderliche planerische Kompetenz an, sie bilden eine neue Ebene zwischen hochwertiger Standardelektrotechnik und Systemintegration, wie eine Art ‚Mini-Integratoren’. Um komplexe Projekte zu steuern und entsprechend zu profitieren, kann aber auch die Zusammenarbeit von Installateuren mit erfahrenen und innovationsoffenen Planern sinnvoll sein. Der Installateur sucht sich auf diese Weise Verbündete, um seinem Kunden eine wirklich ausgereifte Lösung anzubieten, und alle haben etwas davon. 

Impuls: Muss man ein SmartHome-Fan sein, um die Technologie erfolgreich an den Mann beziehungsweise an die Frau zu bringen?

Schaper: „Im Prinzip schon. Denn um überzeugend zu beraten und zu verkaufen, muss der Handwerker in erster Linie sein eigenes ‚Versuchskaninchen’ sein. Er sollte die SmartHome-Stärken und -Schwächen aus eigenem Erleben kennen.“

  • Behalten Sie den Durchblick und finden Sie die richtigen Partner

 

Vorausschauende Planung: Diese Punkte sollten Sie beachten

Impuls: Welche Punkte müssen bei der vorausschauenden Planung denn beachtet werden?

Schaper:„Im Fokus sollten immer der Endkunde mit seinem persönlichen Budget und seinen individuell gewünschten Funktionalitäten stehen, die sich auch zukünftig kompatibel mit weiteren Systemen verbinden und nutzen lassen. Wichtig ist es dafür beispielsweise, dass der Installateur nicht ‚irgendwie’ eine fünfadrige Leitung verlegt, sondern von Anfang an sehr bewusst die Zahl der für dieses Gebäude benötigten Adern einer Leitung ermittelt. Der Fachhandwerker muss sich über die Zukunftsfähigkeit einer Lösung Gedanken machen. Dabei sollte er die künftige Entwicklung bestimmter Technologien, beispielsweise den Einfluss von Geräten des Internet of Things (IoT), auf die Weiterentwicklung der geplanten Lösung einschätzen können. Darüber hinaus ist Modularität wichtig. Damit meine ich, dass die verwendeten Module, Ausbaustufen oder auch Realisierungsschritte wie Legosteine eng verzahnt aufeinander aufbauen müssen und offen sind, um später bei Bedarf weitere Module aufzusatteln. Und selbstverständlich zählt Qualität. Nichts ist schlimmer, als wenn die verwendete moderne Technologie nach zwei Jahren nicht mehr funktioniert, die installierte Lösung aber nicht mit einer Alternative kompatibel ist. Da wollen die genervten Bewohner des Hauses dann am liebsten alles rausreißen und der Installateur hat verloren.“

  • Vorausschauende Planung

 

Smart und günstig: Beispiele aus der Praxis

Impuls: Sie sagen, dass SmartHome durchaus auch etwas für kleine Budgets ist. Können Sie ein Beispiel nennen?

Schaper: „Zu uns kam eine Familie, die ihr Doppelhaus smart ausstatten wollte. Es existierte bereits ein Angebot für eine klassische Komfortinstallation durch ein Elektroinstallationsunternehmen in Höhe von rund 33.500 Euro. Dann haben wir zusammen mit der Familie überlegt, welche Funktionalitäten den Bewohnern besonders wichtig waren und wie wir die vorhandenen Systeme mit modernen Teillösungen unterschiedlicher Hersteller sinnvoll ergänzen können. Die Herausforderung war, dass wir die SmartHome-Funktionalitäten mit dem Budget von 33.500 Euro realisieren sollten. Scheinbar unmöglich, aber am Ende reduzierten sich die Mehrkosten für die smarte Zusatzausstattung inklusive Inbetriebnahme auf 5.000 Euro, sprich 2.500 Euro je Hausseite. Geschafft haben wir das mit einer durchdachten Hybridlösung aus kabelgebundenen und funkbasierten Komponenten  inklusive zweier Homeserver.“

Kießling: „Günstig und gleichzeitig sehr wertvoll für den Kunden ist es auch, zum Beispiel Rauchmelder mit Beleuchtung und Rollläden digital zu verknüpfen. Wenn der Rauchmelder Alarm gibt, schaltet sich automatisch das Licht auf den Fluchtwegen ein und die Rollläden an Türen und Fenstern fahren hoch. So sind alle Fluchtwege sofort hell erleuchtet und frei – die Bewohner können sich schneller in Sicherheit bringen.“

Schaper: „Genau. Es geht darum, die Fragen aus dem Alltag der Kunden passgenau in Lösungen umzusetzen, die das Budget schonen. Meines Erachtens sollte das Fachhandwerk hier viel aktiver als bisher die Initiative ergreifen, als kompetenter Ansprechpartner mehr Präsenz zeigen und aktiv auf die Kunden zugehen, um sie auf die vielfältigen praktischen Möglichkeiten der Vernetzung aufmerksam zu machen. Man könnte zum Beispiel einen SmartHome- oder SmartLiving-Tag veranstalten. Da muss mehr Verbindlichkeit rein.“

  • Beispiel: SmartHome

 

So schützen Sie Ihr Heimnetz vor Hackern

Impuls: Kann ein Smart Home auch gehackt werden? 

Schaper: „Grundsätzlich ja. Indem Sie den Router Ihres Heimnetzes beziehungsweise den Router Ihres Kunden vernünftig sichern, können Sie sich aber gut schützen. Die internetfähigen Elektronikprodukte auf dem Markt, etwa von AVM, devolo und anderen großen Anbietern, sind updatefähig und potenziell sicher. Auch bei den bislang nicht ganz so sicheren Home-Servern in der Gebäudeautomation tut sich inzwischen Einiges, um einen höheren Schutz zu bieten. Unterschätzt wird von vielen Nutzern allerdings die Gefahr, sich beim Surfen mit dem Smartphone an einem öffentlich zugänglichen Hot Spot einen Virus einzufangen. Wenn man Pech hat, infiziert man dann zu Hause das eigentlich gut gesicherte Heimnetz mit einem auf diesem Weg eingeschleppten Virus.“ 

Impuls: Wie kann der Installateur seinen Kunden schützen?

Schaper: „Er sollte von sich aus auf den Kunden zugehen und das Thema Heimnetzsicherheit aktiv ansprechen. Gegebenenfalls ist die Zusammenarbeit mit einem IT-Systemhaus sinnvoll, um dem Kunden gemeinsam eine optimale Lösung anzubieten. Es ist wichtig, dem Kunden zu vermitteln, dass die Qualität des Heimnetzwerks ein entscheidender Faktor für die Sicherheit ist.“

  • Der Schutz vor Hackern stellt einen wichtigen Bestandteil der SmartHome Planung dar

 

Voll digitalisiert – so lebt und arbeitet Alexander Schaper

Impuls: Herr Schaper, wohnen und arbeiten Sie als einer der profiliertesten SmartHome-Vordenker Deutschlands eigentlich persönlich auch smart? 

Schaper: „Aber sicher! Vor zehn Jahren habe ich das damalige Wohnhaus, Baujahr 1937, umgerüstet und Stück für Stück weiterentwickelt. Der damit gewonnene Komfort war schnell ziemlich normal. So richtig zu schätzen wusste die Familie das aber erst, als der Homeserver mal einen Tag lang ausfiel. Wir sind damals einer BETA-Version zum Opfer gefallen, die ich für den Hersteller testen sollte – so viel zum Thema ,eigenes Versuchskaninchen’. *grins*“

Impuls: Können Sie ein praktisches Beispiel für die Umrüstung nennen?

Schaper: „Licht, Heizung, Fenster – das haben wir komplett automatisiert. Ein Blick auf die Visualisierung auf meinem Smartphone, und ich weiß genau, wann und wie die Heizung läuft. Die Heizung in unseren Büros in unterschiedlichen deutschen Städten springt automatisch nur dann an, wenn ich mich dort aufhalte. Die entsprechenden Informationen bekommt das System über Outlook beziehungsweise über den zentralen Exchange-Server in Verbindung mit einer Lösung von Ferrari Electronic. Und in allen Gebäuden haben wir eine Anwesenheitssimulation eingerichtet. Mit den heute verfügbaren sparsamen LED-Leuchten halten sich die Energiekosten für diese Sicherheitsmaßnahme ja sehr im Rahmen. Unsere Rechner fahren automatisch hoch, wenn die Mitarbeiter ihren Arbeitstag beginnen. Im Büro Bad Zwischenahn schützt die automatisierte Beschattung im Sommer vor zu viel Sonne und im Winter vor der Kälte. Jetzt arbeiten wir gerade daran, dass wir die Kaffeemaschine bequem von unseren Rechnern aus steuern können.“ 

  • SmartHome

 

Ein Blick in die Zukunft

Impuls: Welche der SmartHome-Technologien werden sich Ihrer Ansicht nach langfristig durchsetzen?

Schaper: „Das ist schwer zu sagen. Wir befinden uns in einer Zeit des Umbruchs. Meiner Ansicht nach wird der KNX-Standard überleben. Aber die Vielzahl von Standards in der Gebäudeautomation wird sich reduzieren und weiterentwickeln. Gateways und IP-fähige Produkte und Systeme, die sich über das Smartphone steuern lassen, werden sich durchsetzen. Die Zukunft gehört dem sogenannten Internet of Things, das sich ja kaum vom Bereich SmartHome abgrenzen lässt. Ich hoffe, dass wir auch von dem Begriff ‚SmartHome’ wegkommen.“

Impuls: Nanu? Das klingt etwas überraschend aus dem Mund des Geschäftsführers des Vereins ‚SmartHome Initiative Deutschland e.V.’…

Schaper: „Als wir diese Initiative vor zehn Jahren gründeten, wollten wir vor allem etwas anstoßen. Heute sind wir auf einem guten Weg, bewegen uns weg vom unsinnigen sprechenden Kühlschrank, der seinen Inhalt selbsttätig bestellt. Die Weichen sind gestellt für eine Zukunft, in der die IP-Technologie zeitgemäß angewendet wird, um den Menschen den immer schwierigeren Spagat zwischen Berufs- und Privatleben zu erleichtern.“

Impuls: Wie würde Ihre Vision einer optimal in den Alltag integrierten intelligenten Gebäudevernetzung aussehen? Was halten Sie in Sachen SmartHome für maximal machbar?

Schaper: „Die Frage ist doch: Was ist für den Verbraucher bezahlbar und sinnvoll? Technisch können wir heute fast alles machen. Wir dürfen aber nicht das Augenmaß verlieren. Der Mensch, der Nutzen der intelligenten Gebäudesteuerung für ihn und der Finanzierungsrahmen müssen im Fokus bleiben. Die Herausforderung wird sein, eine Infrastruktur zu schaffen, um die Endgeräte der Bewohner noch besser zu vernetzen und die Technologie im Alltag nutzbar zu machen.“

Impuls: Und wie kann das Handwerk an dieser Stelle aktiv werden?

Schaper: „Das Handwerk wäre sehr gut beraten, darauf hinzuarbeiten, dass Gebäude verkabelungsseitig ‚SmartHome-ready’ sind. Das heißt, es sollten Voraussetzungen in den Gebäuden geschaffen werden, die einerseits modular erweiterbar sind und gleichzeitig in der Lage sind, neue Technologien aufzunehmen beziehungsweise zu vernetzen.“

Kießling: „An dieser Stelle zeigt sich der Vorteil einer bewussten, individuellen Planung. Denn eigentlich bedeutet es ja keinen allzu großen Aufwand, an den richtigen Stellen größere Schalt- oder Elektronikdosen und Netzwerksteckdosen zum Beispiel für Access-Points zu setzen.“

Schaper: „Genau. Diese Modularität verschafft uns Handlungsspielraum. Wer hier nicht vorausschauend plant, verbaut sich buchstäblich die Zukunft.“  

 

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